So war das

Der Verein entsteht (von Horst Schubert)
Im September 1984 fanden sich drei Videointeressierte zusammen. Es heißt ja: Wenn drei Deutsche das gleiche Hobby haben, dann gründen sie einen Verein. An meinem siebenunddreißigsten Geburtstag fasste ich den Entschluss, einen Videoverein zu 1985-Schubertgründen. Es sollte nach meiner Vorstellung ein gemeinnütziger, eingetragener Verein werden. Am 10. November 1984 trafen sich dann die ersten sechs Interessierten zu einem Informationsabend. Aus unseren Diskussionen kristallisierten sich die gewünschten Aktivitäten und Aufgaben unseres Vereins heraus: „Von der Aufnahme zum vorzeigbaren Film“ sollte unser Vereinsmotto lauten. Der Vereinszweck sollte allein im Videobereich liegen. Erreichen wollten wir das durch Hilfe auf Gegenseitigkeit, durch vereinsinterne Schulungen und durch Referate von externen Fachleuten. Später, wenn wir dann genügend Erfahrung gesammelt hatten, wollten wir mit unserer „Filmerei“ ggf. auch andere Organisationen unterstützen. Das waren damals unsere etwas blauäugigen Ziele. 1985 wurde schließlich der Verein mit dem anfangs sperrigen Namen Gifhorner Förderverein für Videokamera-Amateure e. V. (G.F.A.) gegründet.

Somit ergingen wir uns in internen Schulungen, um das Thema Filmbearbeitung in den Griff zubekommen. Unsere Treffs hielten wir meistens in privaten Räumen ab, oder wir trafen uns im „Clubzimmer“ einer Gaststätte. In der Anfangszeit bekamen wir bei der Vorführung von Filmen oft die Bemerkung zu hören: „Oh, da muss ich mal eben weiterspulen, jetzt kommen ein paar Minuten lang nur Füße, weil die Kamera aus Versehen weiterlief“. Es wurden uns also einfach nur die von der Kamera überspielten, unbearbeiteten Aufnahmen gezeigt. Dass man einen Film erst einmal bearbeiten, also schneiden muss, davon hatte der Vorführer damals noch keine Ahnung. In der ersten Zeit waren wir deshalb damit beschäftigt, unsere eigenen Aufnahmen von Reisen oder Feiern so zu bearbeiten, dass dabei ein vorzeigbares Filmchen herauskam.

Im Jahre 1986 machten wir unseren ersten vereinsinternen Videowettbewerb. Alle Mitglieder hatten bereits erste Video-Erfahrungen und wollten gern mal einen eigenen Kurzfilm drehen. Jeder Teilnehmer sollte einen Film zu einem vorgegebenen Thema erstellen. Er sollte nicht länger als zehn Minuten sein. Das Ergebnis hatte ein breites Qualitätsspektrum von „hervorragend“ bis „na ja …“. Der Vorstand verstand letzteres als Ansporn und Wink, für Verbesserungen zu sorgen. Höhepunkt unseres Wettbewerbs war immer die Siegerehrung mit der Übereichung einer Urkunde.

Um mehr über die Videotechnik zu erfahren, besuchten wir fleißig verschiedene Messen, z.B. die IFA in Berlin, die CeBit in Hannover und die Photokina in Köln. Schnell lernten wir, dass man auf solchen Messen als Privatperson nur wenige, wichtige Informationen erhält. Dagegen wurden Händler häufig zu intensiven Gesprächen hinter die Vorhänge , also ins „Allerheiligste“- geführt. Da wollten wir natürlich auch hin, denn nur dort gab es wirkliche Neuheiten zum Anfassen, zum Ausprobieren und fachliche Beratung aus erster Hand. Wir lernten schnell, dass die Türöffner dafür ein richtiges Outfit, selbstbewusstes Auftreten und aussagefähige Visitenkarten waren und stellten uns darauf ein. Reichliche  Topinformationen, die wir häufig direkt von den Entwicklungsingenieuren erhielten, und viel gedrucktes Material für unsere Mitglieder waren fortan unsere Messeausbeuten. Ein angenehmer Nebeneffekt war, dass wir dabei mit Kaffee, Sekt und Schnittchen gut „durchgefüttert“ wurden. So war das noch in den 80er und 90er Jahren. Heute sind viele für uns interessante Hersteller leider nicht mehr auf Messen vertreten. Dafür erhalten wir jetzt wichtige Informationen direkt vom Hersteller, auf einer Roadshow oder im Internet, allerdings alles ohne Sekt und Schnittchen…

Anfang 1991 boten Bernd Tietge und ich unser erstes Videoseminar an. Sechzehn Interessierte nahmen daran teil. Von diesen traten später sieben Personen in unseren Verein ein.